Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938
Präambel
An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus, über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung. Des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt.
Hans Abeles
| Geb. am: | 21. Oktober 1912 |
| Fakultät: | Medizinische Fakultät | Medizin Universität Wien |
| Kategorie: | Vertriebene Studierende |
Hans ABELES, geb. am 21. Oktober 1912 in Wien (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft: Österreich), war der Sohn von Julius Abeles (Privatangestellter) und wohnte in Wien 1, Zedlitzgasse 11.
Nach der Reifeprüfung am Realgymnasium in Wien 2, begann er im Wintersemester 1932/33 ein Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien.
Hans Abeles war zuletzt im Sommersemester 1937 inskribiert (Absolutorium ausgestellt am 18. Juli 1938) und befand sich 1938 bereits im Stadium der Abschlussprüfungen. Er konnte, nach längerer Unsicherheit, doch noch sein Studium abschließen und am 21. Juli 1938 unter zahlreichen symbolischen Diskriminierungen im Rahmen einer 'Nichtarierpromotion' promovieren, bei gleichzeitig ausgesprochenem Berufsverbot im gesamten Deutschen Reich.
Hans Abeles starb am 6. September 2003 im Alter von 90 Jahren in Rye, Westchester County, New York in den USA.
Lit.: POSCH 2009, 370; Archiv der Universität Wien/Nationale MED 1932-1937; ancientfaces.com; sysoon.com.
Katharina Kniefacz and Herbert Posch