Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

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Otto von Fürth

  • Geb. am: 18. November 1867
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Lehrende

Otto von FÜRTH, geb. am 18. November 1867 in Strakonitz, gest. am 7. Juni 1938 in Wien, war o. Professor für Medizinische Chemie an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien.
Nach dem Studium der Naturwissenschaften und Medizin in Prag, Heidelberg und Berlin promovierte er 1894 am Pharmakologischen Institut der Universität Wien zum Dr. med. Er wirkte anschließend als Assistent am Pharmakologischen Institut in Prag und dann am physiologisch-chemischen Institut in Straßburg, wo er 1899 für medizinische Chemie habilitiert wurde. 1905 kehrte er nach Wien zurück und wurde Privatdozent und 1906 außerordentlicher Professor für physiologische Chemie. Otto von Fürth erhielt 1923 den Ignaz L. Lieben-Preis für Biochemie und wurde 1929 ordentlicher Professor und Vorstand des Medizinisch-chemischen Universitätsinstituts in Wien.

Er wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt und 1938 seines Amtes enthoben (zwangspensioniert) und von der Universität Wien vertrieben.
Otto von Fürth starb wenige Monate später in Wien, seine Ehefrau und Tochter wurden 1942 nach Maly Trostinec/Weißrussland verschleppt und ermordet, sein Sohn starb kurz nach seiner Entlassung aus dem KZ Dachau 1939 in Wien.

1966 wurde der Fürthweg in Wien 13 nach ihm benannt.


Lit.: MÜHLBERGER 1993, 22; SOUKUP 2004, 229-233; DEICHMANN 2001, 77, 115, 120, 246, 284, 322; MERINSKY 1980, 69-70; UB MedUni Wien/van Swieten Blog; 100 Jahre Österreichische Krebshilfe 2010, 46.


Katharina Kniefacz




zuletzt aktualisiert am 08.03.2019

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