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Stefan Molnár

Geb. am: 25. Juni 1913
Fakultät: Medizinische Fakultät | Medizin Universität Wien
Kategorie: Vertriebene Studierende

Stefan MOLNÁR, geb. am 25. Juni 1913 in Budapest/Ungarn (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft 1938: Österreich), Sohn von Franz Josef Molnár und Josefine Molnár, wohnte in Wien 12, Schönbrunner Schloßstraße 28, war zuletzt im Wintersemester 1937/38 an der Medizinischen Fakultät im 10. Studiensemester inskribiert.

Nach dem "Anschluss" 1938 war er aus rassistischen Gründen gezwungen sein Studium abzubrechen und die Universität Wien zu verlassen. Obwol er angab "röm.-kathol." Konfession zu sein, galt er nach den NS-Rassekriterien erst als "Mischling 1. Grades", später als Jude, konnte aber nach längerer Unsicherheit, doch noch sein Studium - bei jederzeitigem Widerruf - vorläufig fortsetzen und in einem Sondertermin am 31. Oktober 1938 unter zahlreichen symbolischen Diskriminierungen im Rahmen einer "Nichtarierpromotion" promovieren, bei gleichzeitig ausgesprochenem Berufsverbot im gesamten Deutschen Reich.

Er wurde am 14. September 1942 von Wien 2, Nickelgasse 5/9a gemeinsam mit seinen Eltern nach Maly Trostinec/Weißrussland deportiert und starb dort am 18. September 1942.


Lit.: Archiv der Universität Wien/Nationale MED 1933–1938; POSCH/INGRISCH/DRESSEL 2008, 439; DÖW 2001; www.yadvashem.org [März 2006].


Herbert Posch


Nationale von Stefan Molnár, Wintersemester 1937/38 (1. Formular Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Universitätsarchiv Wien

Nationale von Stefan Molnár, Wintersemester 1937/38 (1. Formular Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Universitätsarchiv Wien

Stefan Molnár, Eintrag 4225 'Nichtarierpromotion' 31. Oktober 1938, Promotionsprotokoll Medizinische Fakultät 1929-1942, Foto: Herbert Posch, (c) Archiv Universität Wien
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