Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938
Präambel
An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus, über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung. Des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt.
Emmy Knopf
| Geb. am: | 03. Januar 1917 |
| Fakultät: | Philosophische Fakultät |
| Kategorie: | Vertriebene Studierende |
Emmy KNOPF, geb. am 3. Jänner 1917 in Wien (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft: Österreich), Tochter von Leopold und Frieda Knopf, wohnte in Wien 15, Mariahilfer Straße 150, war zuletzt im Sommersemester 1938 an der Philosophischen Fakultät im 5. Studiensemester inskribiert und belegte Vorlesungen in Germanistik und Geschichte.
Sie wurde im Nationalsozialismus nach dem "Anschluss" aus rassistischen Grün-den gezwungen, das Studium abzubrechen - ihr Antrag auf Weiterstudium im Rahmen des Numerus clausus für jüdische Studierende im Sommersemester 1938 wurde abgelehnt - und die Universität Wien zu verlassen.
Emmy Knopf konnte nicht mehr rechtzeitig aus Wien flüchten und wurde am 14. Juni 1942 von Wien 9, Grünentorgasse 8/13, in das deutsche Vernichtungslager Sobibor, Polen, deportiert und dort kurz nach der Ankunft ermordet.
Lit.: Archiv der Universität Wien/Nationale PHIL 1937-1938; POSCH/INGRISCH/DRESSEL 2008, 418; Yad Vashem | Shoah Victims' Names; DÖW 2001 (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Datenbank Shoah-Opfer).
Herbert Posch
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