Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

Gerta Schmid

  • Geb. am: 21. September 1907
  • Fakultät: Philosophische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Studierende

Gerta SCHMID, geb. am 21. September 1907 in Wien, war 1938 nicht mehr an der Philosophischen Fakultät inskribiert, sondern befand sich bereits im Stadium der Abschlussprüfungen. Sie hatte sich bereits am 19. November 1937 zu den Abschlussprüfungen ('Rigorosen') in Zoologie angemeldet und das erste Rigorosum am 27. Jänner 1938 bestanden. Am 4. Juli 1938 hatte sie auch ihre Dissertation eingereicht mit dem Titel 'Entwicklungsbedingungen der imaginalen Rotfärbung am Vorderbein des Dixippus morosus Br. et Redt', die am 6. Juli 1938 approbiert worden war. Am 11. Juli 1938 hatte sie auch das zweite Rigorosum bestanden. Sie konnte somit, nach längerer Unsicherheit, doch noch ihr Studium abschließen und am 21. Juli 1938 unter zahlreichen symbolischen Diskriminierungen im Rahmen einer 'Nichtarierpromotion' promovieren, bei gleichzeitig ausgesprochenem Berufsverbot im gesamten Deutschen Reich.

Lit.: Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.


Dokumente

Gerta Schmid, Eintrag 2842 'Nichtarierpromotion' 21. Juli 1938, Promotionsprotokoll Philosophische Fakultät 1931-1941, Foto: Herbert Posch, (c) Archiv Universität WienGerta Schmid, Eintrag 2842 'Nichtar...



zuletzt aktualisiert am 20.06.2015

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