Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

Martha [später Marta] Sprinzeles [verh. Schon]

  • Geb. am: 02. August 1914
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Studierende

Martha SPRINZELES (später verh. Schon), geb. am 2. August 1914 in Wien (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft: Österreich), Tochter von Heinrich Abraham Sprinzeles (pensionierter Religionslehrer, geb. 1868) und Regina (geb. Rifke Hirsch, 1877-1942) wohnte in Wien 2, Herminengasse 15. Sie war zuletzt im Sommersemester 1938 an der Medizinischen Fakultät im 9. Studiensemester inskribiert. Nach dem "Anschluss" im März 1938 wurde sie von der Universität Wien vertrieben und konnte ihre Studien nicht mehr beenden.

Ihre ältere Schwester Herta Sprinzeles (später: Spencer-Laszlo, 1910-2007), die auch an der Medizinischen Fakultät studierte, wurde ebenfalls von der Universität Wien vertrieben.

Die Geschwister Herta, Martha und Emil Sprinzeles konnten nach London flüchten. Ihr Bruder Emil Sprinzeles (Später: Dr. Emil Lehmann, 1907-1999) diente in der US-Army im Kampf gegen den Nationalsozialismus während sich Herta und Martha als Krankenschwester ("nurses") in London während der deutschen Luftschlacht um England 1940/41 ("Blitz") engagierten. Ihre Schwester Herta emigirerte 1942 in die USA, wiederholte ihr Medizinstudium und machte nach der Promotion 1948 eine große wissenschaftliche Karriere als führende Ernährungs- und Stoffwechsel-Pionierin und international anerkannte Expertin für Knochenerkrankungen wie Osteoporose und Morbus Paget.

Martha (später: Marta) Sprinzeles heiratete später Leo Schon (geb.: Schön). Über ihre weitere Biografie ist bisher nichts Näheres bekannt.

 

Lit: freundlicher Hinweis von Mag. Barbara Sauer (Projekt "Ärzte und Ärztinnen in Österreich 1938-1945. Entrechtung, Vertreibung, Ermordung") 2017; Erinnerung ihrer Enkelin Jennifer Laszlo Mizrahi 2010 in Opens external link in new windowJewish Women's Archive. "Herta Spencer-Laszlo, 1911 - 2007" <https://jwa.org/weremember/spencer-laszlo-herta>; geni.

 

Herbert Posch


Dokumente

Nationale von Martha Sprinzeles, Wintersemester 1937/38 (1. Formular Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Universitätsarchiv WienNationale von Martha Sprinzeles, Wi...
Nationale von Martha Sprinzeles, Wintersemester 1937/38 (1. Formular Rückseite), Foto: H. Posch (c) Universitätsarchiv WienNationale von Martha Sprinzeles, Wi...
Nationale von Martha Sprinzeles, Sommersemester 1938 (1. Formular Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Universitätsarchiv WienNationale von Martha Sprinzeles, So...
Nationale von Martha Sprinzeles, Sommersemester 1938 (1. Formular Rückseite), Foto: H. Posch (c) Universitätsarchiv WienNationale von Martha Sprinzeles, So...



zuletzt aktualisiert am 19.01.2017

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