Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938

Schrift von Laub bedeckt

Hans Löw-Beer (Krammer)

Geb. am: 19. August 1907
Fakultät: Medizinische Fakultät | Medizin Universität Wien
Kategorie: Vertriebene Studierende

Hans LÖW-BEER, geb. am 19. August 1907 in Wien, Sohn von Ernst Löw-Beer (Prokurist der Merkurbank in Pension, geb. 1879) und der Hermine Barbara, geb. Wagerer, wohnte in Wien 12, Arndtstraße 89. Die Eltern hatten 1906 im Wiener Stadttempel geheiratet, der Vater trat 1920 aus der Kultusgemeinde aus.

Hans Löw-Beer war zuletzt im Wintersemester 1937/38 an der Medizinischen Fakultät im 10. und letzten Studiensemester inskribiert.
Obwohl röm.-kath., galt er nach NS-Kriterien als "Mischling 1. Grades" und konnte sein Studium vorläufig nicht mehr fortsetzen und abschließen und musste die Universität ohne Absolutorium verlassen.

Seine jüngere Schwester Hermine Löw-Beer und sein späterer Schwager Johannes Frischauf konnten ihre Studien, obwohl als "Mischling 1. Grades" vom jederzeitigen Studienausschluss bedroht, doch noch an der Universität Wien in der Zeit des Nationalsozialismus beenden.

Die Eltern überlebten den Nationalsozialismus und änderten den Nachnamen im Oktober 1945 von "Löw-Beer" in "Krammer" und auch Hans Löw-Beer arbeitete nach 1945 als Internist Dr. Hans Krammer in Wien.

Dr. Hans Krammer, geb. Löw-Beer, starb 1969 in Wien und ist am Zentralfriedhof in Wien beigesetzt.


Lit.: Archiv der Universität Wien/Nationale MED; MED GZ 10 ex 1941; freundliche Hinweise von Dr.in Barbara Sauer, Wien 2019 und von Susanne Jeitler, geb. Parizek, Wien 11/2025; REITER-ZATLOUKAL/SAUER 2026; Friedhofssuche Wien.


Herbert Posch