Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

Berisch Gross

  • Geb. am: 09. Februar 1906
  • Fakultät: Philosophische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Studierende

Berisch GROSS, geb. am 9. Februar 1906 in Rawa Ruska/Polen [Ukraine], war 1938 nicht mehr an der Philosophischen Fakultät inskribiert, sondern befand sich bereits im Stadium der Abschlussprüfungen. Er hatte sich bereits am 20. Mai 1936 zu den Abschlussprüfungen ('Rigorosen') in Geschichte angemeldet und das erste Rigorosum am 25. Juni 1936 bestanden. Seine Dissertation 'Toleranz und Intoleranz bei Luther und Calvin' war am 13. Juni 1936 approbiert worden. Am 28. Dezember 1938 hatte er auch das zweite Rigorosum bestanden.

Er konnte somit, nach längerer Unsicherheit, doch noch sein Studium abschließen und am 31. Oktober 1938 unter zahlreichen symbolischen Diskriminierungen im Rahmen einer 'Nichtarierpromotion' promovieren, bei gleichzeitig ausgesprochenem Berufsverbot im gesamten Deutschen Reich.


Lit.: Archiv der Universität Wien/Nationale PHIL 1937-1938, Rigorosenprotokoll PHIL Nr. 13096, Promotionsprotokoll PHIL 1931-1941 Nr. 2870a; POSCH 2009, 367.


Herbert Posch


Dokumente

Berisch Gross, Eintrag 2870a 'Nichtarierpromotion' 31. Oktober 1938, Promotionsprotokoll Philosophische Fakultät 1931-1941, Foto: Herbert Posch, (c) Archiv Universität WienBerisch Gross, Eintrag 2870a 'Nicht...



zuletzt aktualisiert am 24.06.2020

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