Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

person

Otto Karl Josef Zdansky

  • Geb. am: 28. November 1894
  • Fakultät: Philosophische Fakultät
  • Kategorie: Doktorgradaberkennung

Otto Karl Josef ZDANSKY, geb. am 28. November 1894 in Wien, hatte am 21. März 1921 an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien den Grad eines Dr. phil. in Paläontologie erworben (Dissertation: 'Über die Temporalregion des Schildkrötenschädels').

Ab 1921 leitete Zdansky die ersten Ausgrabungen der geologischen Behörde Chinas in der Unteren Höhle von Zhoukoudian, wo Ende der 1920er-Jahre mehrere Schädel von 400.000 bis 500.000 Jahre alten Fossilien der Gattung Homo freigelegt wurden. Als Assistent von Johan Gunnar Andersson entdeckte er 1921 in Zhoukoudian den ersten fossilen Zahn, 1926 einen weiteren, die er beide 1927 im Bulletin of the Geological Survey, China, als Zähne eines fossilen Vertreters der Gattung Homo beschrieb. Später wurden sie Homo erectus zugeordnet.

1940 wurde ihm der Grad aus rassistischen Gründen aberkannt, da er im Nationalsozialismus 'als Jude als eines akademischen Grades einer deutschen Hochschule unwürdig' galt.

Otto Zdansky starb 1988.
Erst 68 Jahre nach der Aberkennung und sehr lange nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde ihm der Doktorgrad 2008 (posthum) wieder zuerkannt, bzw. die Aberkennung für 'von Anfang an nichtig' erklärt.

Lit.: MORGAN/LUCAS 2002, 21-23.


Katharina Kniefacz




zuletzt aktualisiert am 12.06.2014

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