Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

Stephan Jellinek

  • Geb. am: 29. Mai 1871
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Lehrende

Stephan JELLINEK, geb. am 29. Mai 1871 in Prerau, Mähren (Österreich-Ungarn) [Přerov/Tschechische Republik], gest. am 2. September 1968 in Edinburgh, Schottland/Großbritannien, war ao. Professor für Elektropathologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien mit der Verpflichtung, auch Lehrveranstaltungen zu Elektropathologie und Erste Hilfe bei elektrischen Unglücksfällen an der Technischen Hochschule Wien zu halten.

Er promovierte 1898 an der Universität Wien zum "Dr. med.", wurde 1908 hier habilitiert zum Privatdozenten und 1928 zum ao. Univ.-Prof. für Elektropathologie an der Universität Wien ernannt. Er wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt und 1938 seines Amtes enthoben (zwangspensioniert) und von der Universität Wien vertrieben. Er musste flüchten und konnte 1939 nach Oxford/Großbritannien emigrieren wo er u.a. am Queen's College arbeitete (emer. 1948).

Stephan JELLINEK kehrte nach Österreich zurück, war ab 31. Mai 1948 als "ao. Univ-Prof. i. R." im Ruhestand, wurde aber zugleich mit 16. Juli 1948 zum Gastprofessor ernannt und lehrte fallweise weiter an der Universität Wien und hatte von 1951-1967 auch jährlich eine Gastprofessur an der Technischen Hochschule Wien.

Lit.: MERINSKY 1980, 109-111; UB MedUni Wien/van Swieten BlogEBNER/MIKOLETZKY/WIESER 2017, 85.

Herbert Posch


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zuletzt aktualisiert am 28.02.2017

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