Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

Alfred Viktor Frisch

  • Geb. am: 10. Februar 1890
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Lehrende

Alfred Viktor FRISCH, geb. am 10. Februar 1890 in Wien, gest. am 17. Mai 1960 in Wien, war Dozent für Innere Medizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien.
Er wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt und legte 1938 seine Assistentenstelle an der 2. Medizinischen Wiener Universitätsklinik "freiwillig" zurück, wurde 1940 noch zum "Dozenten neuer Ordnung" ernannt, legte seine Venia legendi 1942 erneut "freiwillig" zurück und wurde gleichzeitig aus rassistischen Gründen entlassen.

Seit 1927 habilitiert für innere Medizin wurde er nach dem Ende des NS-Regimes 1945 zum Vorstand der 2. Medizinischen Abteilung im Wilhelminenspital bestellt, 1947 zum ordentlichen Mitglied des Obersten Sanitätsrates und des Wiener Landessanitätsrates berufen.

Er war auch Leiter der Tuberkulosestation de Stadt Wien und er schrieb über 100 Aufsätze. Sein Hauptwerk ist das 1951 erschienene umfangreiche Lehrbuch "Die Klinik der Tuberkulose Erwachsener".

Alfred Viktor Frisch war Ehrenmitglied der van Swieten-Gesellschaft, Vorstandsmitglied der Wiener Medizinischen Akademie für ärztliche Fortbildung und Ehrenpräsident der Österreichischen Tuberkulosegesellschaft

 

Lit.: UB MedUni Wien/van Swieten BlogMühlberger 1993, 22; Rathauskorrespondenzen 1960.

Herbert Posch


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zuletzt aktualisiert am 30.01.2018

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