Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

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Arthur Schiff

  • Geb. am: 13. Mai 1871
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Lehrende

Arthur SCHIFF, geb. am 13. Mai 1871 in Wien als Sohn von Max Schiff (1829-1903, Kaufmann, Inhaber der Firma Gaivapol, Mitbegründer des Wiener Musikvereins) und Lina, geb. Schlesinger, gest. am 12. Juni 1939 in Wien. Er war Dozent und seit 1919 ao. Prof. für Innere Medizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien.

Er war der Onkel des Philosophen Sir Karl Popper und heiratete am 27. Mai 1900 Margarete Breuer (1872-1942), der Tochter Dr. Josef Breuers (1842-1925, Mentor Sigmund Freuds) die am 27. August 1942 nach Theresienstadt [Terezín/Tschechische Republik] deportiert wurde, wo sie am 9. September 1942 starb.
Ihr Sohn Erich Schiff, (1901-1992) emigrierte in die USA und wurde Professor für Nationalökonomie, ihre Tochter Hanna Schiff (1902-1942), Malerin und Grafikerin von Beruf starb 1942 in Nazihaft und ihre Tochter Elisabeth ("Lilli") Schiff (1903-1941) emigrierte in die USA.
Sein Bruder, Walter Schiff (1866-1950) war Professor für Nationalökonomie an der Universität Wien (1934 aus dem Statistischen Amt der Stadt Wien politisch bedingt entlassen, 1936 emeritierte er an der Universität) und emigrierte 1938 nach Großbritannien, kehrte nach dem Ende des Nationalsozialismus nach Wien zurück und wurde Präsident des Bundesamtes für Statistik.

Arthur SCHIFF wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt und am 22. April 1938 seines Amtes enthoben, seine venia legendi wurde widerrufen und er von der Universität Wien vertrieben und starb ein Jahr später in Wien und wurde am 20. Juni 1939 am Döblinger Friedhof begraben.

Lit.: MERINSKY 1980, 235-236; UB MedUni Wien/van Swieten BlogMÜLLER 1999; freundlicher Hinweis von Irene Uffrecht-Peters; GAUGUSCH A-K, 2011, 335.

Herbert Posch




zuletzt aktualisiert am 19.02.2018

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