Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

person

Alexander Spitzer

  • Geb. am: 22. Oktober 1868
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Lehrende

Alexander SPITZER, geb. am 22. Oktober 1868 in Miskolcz, gest. am 16. Jänner 1943 in Theresienstadt [Terezín/Tschechische Republik], war 1938 emeritierter ao. Professor für Neurologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien.

Alexander Spitzer studierte Medizin an der Universität Wien (sowie ein Semester an der Universität Heidelberg) und wurde am 10. Dezember 1892 in Wien zum Dr.med. promoviert. Er arbeitete von 1893 bis 1901 zunächst als Hospitant an der II. Psychiatrisch-neurologischen Universitätsklinik unter Prof. Richard von Krafft-Ebing, 1893 bis 1907 am Neurologischen Institut unter Prof. H. Obersteiner sowie 1906-1908 am Physiologischen Institut unter Prof. S. Exner. Von 1915 bis 1919 war er als Assistent von Prof. Julius Tandler an der I. Anatomischen Lehrkanzel tätig.
Nach seiner Habilitation für Anatomie (1919) war er bis 1933 Assistent am Neurologischen Institut der Universität Wien unter Otto Marburg. 1924 wurde er zum ao. Prof. für Anatomie und Pathologie des Nervensystems ernannt.
Spitzer wohnte in Wien 9, Zimmermanngasse 1, und wurde 1933 altersbedingt in den Ruhestand versetzt.

Er wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt und 1938 seines Amtes enthoben und von der Universität Wien vertrieben. 

1942 wurde er nach Theresienstadt [Terezín/Tschechische Republik] deportiert, wo er am 16. Jänner 1943 starb.

Lit.: Ausstellung "Bedrohte Intelligenz – Von der Polarisierung und Einschüchterung zur Vertreibung und Vernichtung im NS-Regime", Wien 2015UB MedUni Wien/van Swieten BlogFISCHER Bd. 2 1933; Solomon R. KAGAN, Jewish medicine, Boston 1952; KILLY Bd. 9 1998; Alma KREUTER, Deutschsprachige Neurologen und Psychiater. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon von den Vorläufern bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, Bd. 3, München u.a. 1996; Kürschners Gelehrtenkalender 1931.

  

Katharina Kniefacz




zuletzt aktualisiert am 08.09.2015

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