Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

person

Josef Hupka

  • Geb. am: 22. Februar 1875
  • Fakultät: Juridische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Lehrende

Josef HUPKA, geb. am 22. Februar 1875 in Wien, gest. am 23. April 1944 in Theresienstadt [Terezín/Tschechische Republik], war 1938 o. Prof. für Handels- und Wechselrecht an der Juridischen Fakultät der Universität Wien.

Hupka studierte Rechtswissenschaft an der Universität Wien und erwarb 1897 den Grad eines 'Dr. jur.'. 
1900 heiratete er Hermine Brüll.

1902 wurde Josef Hupka habilitiert und begann als Privatdozent für römisches Privatrecht an der Universität Wien zu lehren. Wenig später habilitierte er sich auch für Handelsrecht. Er wurde 1906 zum ao. Professor und 1915 zum o. Professor für Handelsrecht ernannt und fungierte 1926/27 auch als Dekan der Juridischen Fakultät der Universität Wien.
Er engagierte sich gegen den in der Zwischenkriegszeit wachsenden Antisemitismus an der Universität Wien und setzte sich u.a. gegen die 1930 erlassene „Gleispachsche Studentenordnung“ und für deren Aufhebung ein.

Josef Hupka wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt und 1938 seines Amtes enthoben (zwangspensioniert) und von der Universität Wien vertrieben. Am 31. März 1939 wurde ihm auch das Ruhegehalt aberkannt.

Gemeinsam mit seiner Frau konnte er über Zürich/Schweiz in die Niederlande emigrieren. Mehrere Versuche, von dort nach England, Frankreich oder in die USA scheiterten.
1943 wurde das Ehepaar in Amsterdam verhaftet und in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo Josef Hupka am 23. April 1944 starb. Seine Witwe Hermine Hupka wurde 1944 weiter nach Auschwitz [Oswiecim/Polen] deportiert, wo sie ermordet wurde.

Lit.: Ausstellung "Bedrohte Intelligenz – Von der Polarisierung und Einschüchterung zur Vertreibung und Vernichtung im NS-Regime", Wien 2015DEGENER 1935; GÖPPINGER 1990; ÖBL Bd. 3 1965; Klaus TASCHWER, Hochburg des Antisemitismus. Der Niedergang der Universität Wien im 20. Jahrhundert, Wien 2015; WININGER Bd. 3 1928.

 

Katharina Kniefacz




zuletzt aktualisiert am 16.07.2015

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