Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

person

Bernhard Aschner

  • Geb. am: 27. Jänner 1883
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Lehrende

Bernhard ASCHNER, geb. am 27. Jänner 1883 in Wien, gest. am 9. März 1960 in New York, war Privatdozent für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien.

Nach der Matura in Wien studierte er an der Universität Wien Medizin und promovierte 1907 zum "Dr.med.univ." und wurde klinischer Arzt. 1913/14 war er Assistent an der Universitätsfrauenklinik in Halle an der Saale/Deutschland und habilitierte sich dort 1914 und 1918 auch an der Universität Wien (Privatdozent für Geburtshilfe und Gynäkologie). Dazwischen leistete er im Ersten Weltkrieg 1914-1918 als Regimentsarzt Truppendienst. Er veröffentlichte über 150 Arbeiten auf fachwissenschaftlichem Gebiete.

Er wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt und am 22. April 1938 seines Amtes enthoben, seine Venia legendi wurde widerrufen und er von der Universität Wien vertrieben.

Er musste flüchten und konnte noch in die USA (New York) emigrieren. Er eröffnete dort eine Privatpraxis und arbeitete u. a. am Stuyvesant und Lebnaon Hospital und leitete dort auch die Arthritiskliniken.

Er starb am am 9. März 1960 in New York/USA.

<br/>Lit.: MÜHLBERGER 1993, 18; MERINSKY 1980, 9-11; Archiv der Universität Wien/Rektorat GZ 688 ex 1937/38; UB MedUni Wien/van Swieten BlogKOSIK 1935, 52.

<br/>Herbert Posch




zuletzt aktualisiert am 17.07.2019

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