Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

person

Georg Zak

  • Geb. am: 28. Dezember 1913
  • Fakultät: Philosophische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Studierende

Dr. med. Georg ZAK, geb. am 28. Dezember 1913 in Wien (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft: Österreich), Sohn von tit. ao. Univ. Prof. Dr. Emil Zak (Arzt, Primarius und Leiter der Herzstation der Poliklinik), wohnte in Wien 9, Widerhofergasse 7. und hatte bereits sein Medizinstudium abgeschlossen und war seit 10. Februar 1937 bei der Wiener Ärztekammer gemeldet. Nebst seinem ärztlichen Beruf studierte er aufgrund seines lebhaften Interesses an Chemie dieses Fach am Zweiten Chemischen Institut der Universität Wien seit Sommersemester 1937. Er war zuletzt im Sommersemester 1938 an der Philosophischen Fakultät im 3. Studiensemester inskribiert und belegte Vorlesungen in Chemie und Physik.
Er konnte aus rassistischen Gründen sein Studium im Nationalsozialismus nicht mehr fortsetzen und war gezwungen die Universität Wien zu verlassen.

Auch sein Bruder Friedrich Zak, der an der Medizinischen Fakultät im 10. und letzten Semester Medizin studierte, wurde von der Universität vertrieben, ebenso wie sein Vater, Prof. Emil Zak, der im April 1938 als Primar und Leiter der Herzstation der Poliklinik entlassen wurde und dessen Venia legendi ihm von der Universität Wien im April 1938 aberkannt wurde.

Georg Zak war im Zuge des Novemberpogroms verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau deportiert worden, konnte Österreich nach seiner Entlassung am 19. Februar 1939 verlassen. Er emigrierte nach England, wo er 1939-1951 lebte, wo er aber bald darauf als "enemy alien" interniert wurde, und dann zum Militärdienst eingezogen wurde. Im Oktober 1941 begann er an einem englischen Spital als Arzt zu arbeiten. Später emigrierte er weiter in die USA wo er ab April 1951 lebte und arbeitete (in New York).

 

Lit: Archiv der Universität Wien/Medizinische Fakultät: Nationale; freundlicher Hinweis von Mag. Barbara Sauer (Projekt "Ärzte und Ärztinnen in Österreich 1938-1945. Entrechtung, Vertreibung, Ermordung"); Österreichisches Staatsarchiv/Archiv der Republik/06-Finanzen/Hilfsfonds

Herbert Posch


Dokumente

Georg Zak, Meldungsbuch, Seiote 1, 1937, (c) Archiv der Universität WienGeorg Zak, Meldungsbuch, Seiote 1, ...
Georg Zak, Meldungsbuch, Seite 2, 1937, (c) Archiv der Universität WienGeorg Zak, Meldungsbuch, Seite 2, 1...
Georg Zak, Meldungsbuch, Seite 3, 1937, (c) Archiv der Universität Wien Georg Zak, Meldungsbuch, Seite 3, ...
Georg Zak, Meldungsbuch, Seite 4, 1937, (c) Archiv der Universität WienGeorg Zak, Meldungsbuch, Seite 4, 1...
Nationale von Georg Zak, Wintersemester 1937/38 (Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Archiv der Universität WienNationale von Georg Zak, Winterseme...
Nationale von Georg Zak, Wintersemester 1937/38 (Rückseite), Foto: H. Posch (c) Archiv der Universität WienNationale von Georg Zak, Winterseme...
Nationale von Georg Zak, Sommersemester 1938 (Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Archiv der Universität WienNationale von Georg Zak, Sommerseme...
Nationale von Georg Zak, Sommersemester 1938 (Rückseite), Foto: H. Posch (c) Archiv der Universität WienNationale von Georg Zak, Sommerseme...



zuletzt aktualisiert am 30.12.2017

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