Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

Johannes Frischauf

  • Geb. am: 8. Mai 1919
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Studierende

Johannes FRISCHAUF, geb. am 8. Mai 1919 in Wien (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft: Österreich), Sohn von Dr. Hermann Frischauf (Arzt) und Dr. Marie Frischauf-Pappenheim, wohnte in Wien 1, Rathausstraße 11. Er hatte am Realgymnasium Klosterneuburg am 12. Oktober 1937 maturiert und sich sofort für das Wintersemester 1937/38 für ein Medizinstudium an der Universität Wien inskribiert.

Er war zuletzt im Sommersemester 1938 an der Medizinischen Fakultät im 2. Studiensemester inskribiert (Abgangszeugnis vom 6. Dezember 1938, Sommersemester 1938 wurde ihm am 5. Oktober 1938 als gültig angerechnet), da er – obwohl evangelisch AB – in der NS-Zeit als "Mischling 1. Grades" galt und nur unter Vorbehalt des jederzeitigen Studienverbots und Restriktionen weiter studierenden konnte.

Er konnte sein Studium später noch fortsetzen und am 2. Oktober 1943 sogar noch mit der Promotion zum "Dr. med.univ." abschließen, allerdings bei gleichzeitigem Berufsverbot.

Später heiratete er seine Studienkollegin Dr. Hermine Löw-Beer, die ebenfalls unter den schwierigen Bedingungen eines "Mischling I. Grades" an der Universität Wien von 1938/39-1943/44 ihr Medizinstudium absolvieren und am 18. Dezember 1943 noch promovieren konnte – ebenfalls mit gleichzeitigem Berufsverbot.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde er o. Professor und Begründer der Nuklearmedizin an der I. Univ.-Klinik für Innere Medizin an der Universität Wien.

Er starb am 12. Mai 2015 in Wien.

 


Lit.: Archiv der Universität Wien/MED Nationale, freundlicher Hinweis von Dr. Barbara Sauer, Wien 2019.

Herbert Posch


Dokumente

Nationale von Johannes Frischauf, Wintersemester 1937/38, 1. Schein, Vorderseite (Foto: Herbert Posch), (c) Archiv Universität WienNationale von Johannes Frischauf, W...
Nationale von Johannes Frischauf, Wintersemester 1937/38, 1. Schein, Rückseite (Foto: Herbert Posch), (c) Archiv Universität WienNationale von Johannes Frischauf, W...
Nationale von Johannes Frischauf, Wintersemester 1937/38, 2. Schein, Vorderseite (Foto: Herbert Posch), (c) Archiv Universität WienNationale von Johannes Frischauf, W...
Nationale von Johannes Frischauf, Wintersemester 1937/38, 2. Schein, Rückseite (Foto: Herbert Posch), (c) Archiv Universität WienNationale von Johannes Frischauf, W...
Nationale von Johannes Frischauf,Sommersemester 1938, 1. Formular, Vorderseite (Foto: Herbert Posch), (c) Archiv Universität WienNationale von Johannes Frischauf,So...
Nationale von Johannes Frischauf,Sommersemester 1938, 1. Formular, Rückseite (Foto: Herbert Posch), (c) Archiv Universität WienNationale von Johannes Frischauf,So...
Nationale von Johannes Frischauf, Sommersemester 1938, 2. Formular, Vorderseite (Foto: Herbert Posch), (c) Archiv Universität WienNationale von Johannes Frischauf, S...
Nationale von Johannes Frischauf, Sommersemester 1938, 2. Formular, Rückseite (Foto: Herbert Posch), (c) Archiv Universität WienNationale von Johannes Frischauf, S...
Nationale von Johannes Frischauf, Sommersemester 1938, 3. Formular, Vorderseite (Foto: Herbert Posch), (c) Archiv Universität WienNationale von Johannes Frischauf, S...
Nationale von Johannes Frischauf, Sommersemester 1938, 3. Formular, Rückseite (Foto: Herbert Posch), (c) Archiv Universität WienNationale von Johannes Frischauf, S...



zuletzt aktualisiert am 11.02.2019

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