Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

Erwin Weinfeld

  • Geb. am: 03. Juli 1910
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Lehrende

Erwin WEINFELD, geb. 3. Juli 1910 in Wien hatte im März 1936 promoviert und war erst am 2. Februar 1938 als Hilfsarzt mit Stipendium an der Universitätsklinik für Syphilidologie u. Dermatologie (Leitung: Prof. Kerl) angestellt an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Im März wird er noch auf den Führer vereidigt, kurz darauf aber aus rassistischen Gründen als "Mischling 1. Grades" verfolgt und von der Universität Wien entlassen.

Er konnte aber vorerst weiter praktizieren und wurde vielfach dienstverpflichtet an verschiedenste Orte im südlichen Wiener Umland, aber auch in die besetzten Gebiete des Dritten Reiches, kehrte aber immer wieder nach Wien zurück. Er wohnte in Wien 18., Gymnasiumstr. 2 und heiratete nach Kriegsende 1946 in Wien.

Er wird im "Verzeichnis der durch den Nationalsozialismus geschädigten Ärzte" des Wiedergutmachungsreferats der Wiener Ärztekammer als Geschädigter geführt, ohne dass es aber ein Opferfürsorgeverfahren gibt.

Er starb am 31. Mai 1999 in Wien.

Lit.: freundlicher Hinweis von Dr. Barbara Sauer (Projekt "Ärzte und Ärztinnen in Österreich 1938-1945. Entrechtung, Vertreibung, Ermordung"), September 2018; Österreichisches Staatsarchiv/Archiv der Republik/06-Finanzen/Hilfsfonds.

Herbert Posch


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zuletzt aktualisiert am 01.10.2018

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