Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

person

Walter Zweig

  • Geb. am: 30. Oktober 1872
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Lehrende

Walter ZWEIG, geb. am 30. Oktober 1872 in Brünn, Mähren/Österreich-Ungarn [Brno, Tschechische Republik], war 1938 Privatdozent ("Pd.tit.ao.Prof.") mit dem Titel eines ausserordentlichen Professors für Innere Medizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien.

Walter Zweig, Sohn von Ignaz Zweig (1837-1913) und Jenny, geb. Singer (1846-1924) hatte 1896 an der Universität Wien zum "Dr.med. univ." promoviert und praktizierte 1896-1901 als Assistent in Wien und Berlin. Er heiratete 1903 Marianne Antonie Stern ((1876-1957) und 1904 wurde ihr Sohn Konrad (1904-1980) geboren. Ab 1902 war er Leiter der Abteilung für Magen- u. Darmkrankheiten am Kaiser-Franz-Josef-Ambulatorium in Wien, dessen Direktor er ab 1929 war. Er hatte sich 1908 für Innere Medizin an der Universität Wien habilitiert und erhielt 1932 den "tit. a.o. Prof.". Er forschte, lehrte und publizierte besonders zu Magen- und Darmerkrankungen. Er publizierte u.a. "Die Therapie der Magen- und Darmkrankheiten" (1907) u. "Die Erkrankungen des Darmes" (1949).

Er wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt und am 22. April 1938 seines Amtes enthoben und von der Universität Wien vertrieben. Seine "venia legendi" wurde vorerst "ruhend gestellt" und am 22. Juni 1938 definitiv entzogen.

Er musste aus Wien fliehen und konnte nach Großbritannien emigrieren. Er starb am 2. Juli 1953 in Kensington/Großbritannien.


Lit.: Archiv der Universität Wien, Rektorat GZ 677 ex 37/38, Onr 123, Personalblatt S @; MÜHLBERGER 1993, 36; MERINSKY 1980, 291-292; BLUMESBERGER 2002, 1527; Van Swieten Blog; www.geni.com; FISCHER 1932/1933, 1734.


Herbert Posch




zuletzt aktualisiert am 03.02.2020

Haben sie Fragen, Korrekturen oder Anmerkungen zu dieser Person? Nutzen Sie das folgende Formular um uns Informationen zukommen zu lassen:

Feedback übermitteln: