Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

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Max Sgalitzer

  • Geb. am: 20. September 1884
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Lehrende

Max SGALITZER, geb. am 20. September 1884 in Prag, gest. am 16. November 1973 in Princeton, hatte 1909 an der Medizinischen Fakultät der Deutschen Universität Prag den Grad eines Dr. med. erworben und arbeitete ab 1910 an der 1. chirurgischen Universitätsklinik in Wien. Nach dem Dienst in der österreichisch-ungarischen Armee und der russischen Kriegsgefangenschaft kehrte er nach Wien zurück und wurde 1919 Leiter des Röntgenlaboratoriums an der 1. chirurgischen Universitätsklinik. Ab 1922 war Sgalitzer Dozent für Medizinische Radiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, 1931 wurde ihm der Titel eines ao. Prof verliehen.

Er wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt, 1938 wurde seine Venia legendi widerrufen und er am 22. April 1938 seines Amtes enthoben und von der Universität Wien vertrieben. Sein Sohn war als Operationszögling an der 1. chirurgischen Universitätsklinik tätig, seine ältere Tochter Gerda Sgalitzer konnte ihr Studium der Medizin an der Universität Wien am 21. Juli 1938 noch im Rahmen einer 'Nichtarierpromotion' abschließen, die jüngere Tochter Elisabeth Sgalitzer, die an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien Kunstgeschichte studierte, wurde in ihrem zweiten Studienjahr von der Universität Wien vertrieben und sein Neffe Kurt Sgalitzer im zehnten und letzten Semester seines Medizinstudiums.

Max Sgalitzer emigrierte im September 1938 in die Türkei, wo er Leiter des radiologischen Instituts der Universität Istanbul wurde. 1943 emigrierte er weiter in die USA und wurde Dozent an der University of Colorado, Denver.

Er starb am 16. November 1973 in Princeton/USA.

Lit.: ARIAS, Max Sgalitzer in: ARIAS 2008MERINSKY 1980, 221-222; NAMAL 2003UB MedUni Wien/van Swieten Blog

 

Katharina Kniefacz, Herbert Posch




zuletzt aktualisiert am 01.10.2018

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