Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

Klara Stengel (verh. Weinberg)

  • Geb. am: 17. Oktober 1912
  • Fakultät: Philosophische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Studierende

Klara STENGEL (verh. WEINBERG), geb. am 17. Oktober 1912 in Wien (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft: Österreich), Tochter von Herman Stengel (Beamter, 1876-1972) und Anna, geb. Bojanovksy, wohnte in Wien 3, Paracelsusgasse 7. Sie hat am 16. Juni 1931 am Mädchenrealgymnasium Wien 8 die Matura (Reifeprüfung) abgelegt und begann ein Jahr später im Wintersemester 1932/33 an der Universität Wien zu studieren. Sie war zuletzt im Sommersemester 1938 an der Philosophischen Fakultät im 8. Studiensemester inskribiert und belegte Vorlesungen in Geschichte und Anglistik und Volkskunde.

Sie meldete sich bereits am 6. Dezember 1937 zu den Abschlussprüfungen ('Rigorosen') an. Das erste Rigorosum hatte sie nicht gleich bestanden und durfte erst frühestens Ende März 1938 zur Wiederholung antreten. Infolge des 'Anschlusses' am 12. März wurde sie im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen (obwohl die Familie 1919 zum römisch-katholischen Glauben konvertierte) generell nicht mehr zu Prüfungen zugelassen und war gezwungen das Studium abzubrechen und die Universität Wien zu verlassen.

Klara Stengel konnte nach Großbritannien fliehen, heiratete dort den Physiker Dr. Gustav H. Weinberg (geb. 1906 in Samborz, Polen, gest. 1984 in New York) und sie lebten gemeinsam bis 1947 in London. Im April/Mai 1947 emigrierten sie gemeinsam in die USA und lebten in 792 Columbus Ave, New York City, NY.

Clara Weinberg, geb. Stengel, starb am 12. Februar 2008 und ist im Familiengrab am Wiener Zentralfriedhof bestattet.


Lit.: Archiv der Universität Wien/Nationale PHIL 1937-1938, Rigorosenakt und -protokoll PHIL 14025; POSCH/INGRISCH/DRESSEL 2008, 484; www.genteam.at; www.ancestry.de.


Herbert Posch


Dokumente

Nationale von Klara Stengel, Wintersemester 1937/38 (1. Formular Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Archiv der Universität WienNationale von Klara Stengel, Winter...
Nationale von Klara Stengel, Wintersemester 1937/38 (1. Formular Rückseite), Foto: H. Posch (c) Archiv der Universität WienNationale von Klara Stengel, Winter...
Nationale von Klara Stengel, Sommersemester 1938 (1. Formular Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Archiv der Universität WienNationale von Klara Stengel, Sommer...
Nationale von Klara Stengel, Sommersemester 1938 (1. Formular Rückseite), Foto: H. Posch (c) Archiv der Universität WienNationale von Klara Stengel, Sommer...
Nationale von Klara Stengel, Sommersemester 1938 (2. Formular Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Archiv der Universität WienNationale von Klara Stengel, Sommer...
Nationale von Klara Stengel, Sommersemester 1938 (2. Formular Rückseite), Foto: H. Posch (c) Archiv der Universität WienNationale von Klara Stengel, Sommer...



zuletzt aktualisiert am 27.07.2021

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