Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

Hans Blau

  • Geb. am: 12. Mai 1908
  • Fakultät: Philosophische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Studierende

Mag. pharm. Hans BLAU, geb. am 12. Mai 1908 in Wien, war 1938 nicht mehr an der Philosophischen Fakultät inskribiert, sondern befand sich bereits im Stadium der Abschlussprüfungen. Er hatte sich bereits am 10. November 1937 zu den Abschlussprüfungen ("Rigorosen") in Pharmazie angemeldet und das erste Rigorosum am 18. Dezember 1937 bestanden. Am 12. Jänner 1938 hatte er auch seine Dissertation eingereicht mit dem Titel "Untersuchungen über Folium uvae ursi", die am 24. Februar 1938 approbiert worden war.

Am 14. Juli 1938 hatte er auch das zweite Rigorosum bestanden. Er konnte somit, nach längerer Unsicherheit, doch noch sein Studium abschließen und am 21. Juli 1938 unter zahlreichen symbolischen Diskriminierungen im Rahmen einer 'Nichtarierpromotion' promovieren, bei gleichzeitig ausgesprochenem Berufsverbot im gesamten Deutschen Reich.


Lit: POSCH 2009, 367; Archiv der Universität Wien/Nationale PHIL, Promotionsprotokoll PHIL 1938 Nr. 2854, Rigorosenprotokoll PHIL Nr. 13886.


Herbert Posch


Dokumente

Hans Blau, Eintrag 2854 'Nichtarierpromotion' 21. Juli 1938, Promotionsprotokoll Philosophische Fakultät 1931-1941, Foto: Herbert Posch, (c) Archiv Universität WienHans Blau, Eintrag 2854 'Nichtarier...



zuletzt aktualisiert am 21.10.2020

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