Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

Friedrich (Frederick G.) Zak

  • Geb. am: 13. Februar 1915
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Studierende

Friedrich ZAK, geb. am 13. Februar 1915 in Wien (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft: Österreich), Sohn von tit. ao. Univ. Prof. Dr. Emil Zak (Arzt, Primarius und Leiter der Herzstation der Wiener Poliklinik), wohnte in Wien 9, Widerhofergasse 7, war zuletzt im Sommersemester 1938 an der Medizinischen Fakultät im 10. Studiensemester und letzten inskribiert (Absolutorium ausgestellt am 28. November 1938).

Nach dem "Anschluss" im März 1938 durfte er im Sommersemester 1938 vorerst zumindest noch zwei Monate im Rahmen des 2%-numerus clausus für jüdische Studierende weiterstudieren, war aber dann aus rassistischen Gründen gezwungen sein Studium endgültig abzubrechen und musste die Universität Wien verlassen.

Auch sein Bruder Dr. med Georg Zak, der an der Philosophischen Fakultät im 3. Semester Chemie studierte, wurde von der Universität vertrieben, ebenso wie ihr Vater, Prof. Dr. Emil Zak, der im April 1938 als Primar und Leiter der Herzstation der Poliklinik entlassen wurde und dessen Venia legendi ihm von der Universität Wien im April 1938 aberkannt wurde.

Sowohl Friedrich als auch sein Bruder Georg Zak kamen nach der "Reichspogromnacht" am 10. November ins KZ Dachau, wurden aber 1939 wieder entlassen und Friedrich - später Frederick G. - Zak konnten in die USA emigrierien, sein Medizinstudium fortsetzen und abschließen und arbeitete als Arzt, u.a. am Mount Sinai Hospital in New York und wurde Professor an der State University New York. Ab 1959 war er Mitglied der AACR (American Association for Cancer Research).

Prof. emer. Frederick G. Zak starb 89jährig am 5. Februar 2005 in New York, NY/USA.


Lit.: Archiv der Universität Wien/Nationale MED 1937-1939; POSCH/INGRISCH/DRESSEL 2008, 502; freundlicher Hinweis von Dr.in Barbara Sauer, Wien 12/2017 und 07/2019; Österreichisches Staatsarchiv/Archiv der Republik/06-Finanzen/Hilfsfonds; AACR.


Herbert Posch


Dokumente

Nationale von Friedrich Zak, Wintersemester 1937/38 (1. Formular Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Universitätsarchiv WienNationale von Friedrich Zak, Winter...
Nationale von Friedrich Zak, Wintersemester 1937/38 (1. Formular Rückseite), Foto: H. Posch (c) Universitätsarchiv WienNationale von Friedrich Zak, Winter...
Nationale von Friedrich Zak, Wintersemester 1937/38 (2. Formular Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Universitätsarchiv WienNationale von Friedrich Zak, Winter...
Nationale von Friedrich Zak, Wintersemester 1937/38 (2. Formular Rückseite), Foto: H. Posch (c) Universitätsarchiv WienNationale von Friedrich Zak, Winter...
Nationale von Friedrich Zak, Sommersemester 1938 (1. Formular Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Universitätsarchiv WienNationale von Friedrich Zak, Sommer...
Nationale von Friedrich Zak, Sommersemester 1938 (1. Formular Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Universitätsarchiv WienNationale von Friedrich Zak, Sommer...



zuletzt aktualisiert am 18.07.2019

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