Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

Emil Abel

  • Geb. am: 02. Juni 1875
  • Fakultät: Philosophische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Lehrende

Emil ABEL, geb. am 2. Juni 1875 in Wien, gest. am 3. April 1958 in London, war Privatdozent für Chemie (Physikalische Chemie) an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien sowie Ordinarius für Physikalische Chemie an der Technischen Hochschule Wien.

Er wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt und 1938 seines Amtes enthoben, pensioniert, von der Gestapo verfolgt und von der Universität Wien und der Technischen Hochschule Wien vertrieben. Sein Sohn Stefan Abel, der an der Juridischen Fakultät im 9. Studiensemester studierte, wurde 1938 ebenfalls von der Universität Wien vertrieben.
Emil Abel konnte nach einem missglückten Fluchtversuch 1938 im März 1939 nach London/England emigrieren und arbeitete bis 1940 als Forschungschemiker der Palestine Potash Ltd. am University College in London, dann Leiter des Research Departments der Ever Ready Company Litd., eines Trockenbatterieherstellers. 1946 wurde er britischer Staatsbürger, 1948 ging er in Pension. 1949 erhielt er das Goldene Diplom der Technischen Hochschule Wien und hielt immer wieder Gastvorträge.


Lit.: DEICHMANN 2001, 115, 118, 197; Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; EBNER/MIKOLETZKY/WIESER 2017, 79.


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zuletzt aktualisiert am 28.02.2017

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