Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

person

Else Pollak (geschiedene Shaw, verh. Chandler)

  • Geb. am: 25. Juni 1916
  • Fakultät: Philosophische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Studierende

Else POLLAK (geschiedene SHAW, verh. CHANDLER), geb. am 25. Juni 1916 in Wien (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft: Österreich), Tochter von Jakob Pollak (Aufsichtsorgan der israelitischen Kultusgemeinde) und Regine Pollak (geb. Kohn), wohnte bis 1938 in Wien 2, Große Sperlgasse 39a/14. Sie maturierte 1936 am Robert Hamerling-Realgymnasium in Wien 8, inskribierte im Wintersemester 1937/38 an der Philosophischen Fakultät im 1. Studiensemester und belegte Vorlesungen in Anglistik und Psychologie.

Else Pollak konnte im September 1938 als Kindermädchen nach Großbritannien emigrieren. Ihre Eltern und ihre ältere Schwester Edith wurden im September 1942 von Wien nach Theresienstadt [Terezín/Tschechische Republik] deportiert, wo die Eltern 1943 starben. Die Schwester wurde im Oktober 1944 nach Auschwitz [Oswiecim/Polen] transportiert, wo sie starb. Ihr älterer Bruder Ferdinand Pollak konnte vermutlich nach Palästina emigrieren.

Else Pollak arbeitete in England als Kindermädchen, zunächst in Devon, dann an mehreren anderen Orten in England. Sie ging im März 1944 zum Child Care Reserve und arbeitete später als Sachbearbeiterin in der Ausbildungsabteilung der Londoner Stadtverwaltung. Nach Kriegsende heiratete sie in erster Ehe den Engländer Mr. Shaw, nach der Scheidung lernte Else Pollak Edmund Chandler kennen, der ebenfalls bei der Londoner Stadtverwaltung tätig war. Sie heirateten und bekamen 1955 Tochter Esme, worauf hin sie ihre Berufstätigkeit beendete.
Else Chandler starb am 31. Dezember 2008 in London.

Lit.: freundlicher Hinweis ihrer Tochter Esme Chandler 2010; weitere Dokumente und Fotos in der Sammlung Frauennachlässe am Institut für Geschichte der Universität Wien (Nr. 179) sowie in den Collections des United States Holocaust Memorial Museum in Washington; KNIEFACZ/POSCH 2017b.


Katharina Kniefacz und Herbert Posch


Dokumente

Else Pollak als Schülerin (c) Esme ChandlerElse Pollak als Schülerin (c) Esme...
Else Chandler mit Tochter Esme (c) Esme ChandlerElse Chandler mit Tochter Esme (c) ...
Else Chandler mit Tochter Esme (c) Esme ChandlerElse Chandler mit Tochter Esme (c) ...
Else Chandler (c) Esme ChandlerElse Chandler (c) Esme Chandler...
Nationale von Else Pollak, Wintersemester 1937/38 (1. Formular Vorderseite), Foto: H. Posch (c) Archiv der Universität WienNationale von Else Pollak, Winterse...
Nationale von Else Pollak, Wintersemester 1937/38 (1. Formular Rückseite), Foto: H. Posch (c) Archiv der Universität WienNationale von Else Pollak, Winterse...
Else Pollak (verh. Chandler, Meldungsbuch der Universität Wien vom Oktober 1937, (c) USHMMElse Pollak (verh. Chandler, Meldun...
Else Pollak (verh. Chandler, Meldungsbuch der Universität Wien vom Oktober 1937, (c) USHMMElse Pollak (verh. Chandler, Meldun...
Else Pollak (verh. Chandler, Meldungsbuch der Universität Wien vom Oktober 1937, (c) USHMMElse Pollak (verh. Chandler, Meldun...



zuletzt aktualisiert am 11.01.2017

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