Präambel

An der Universität Wien wurden im Jahr 1938, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus über 2.700 vorwiegend jüdische Angehörige der Universität entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet - Lehrende, Studierende und MitarbeiterInnen der Verwaltung, des weiteren wurde über 200 Personen der akademische Grad aberkannt. 70 Jahre nach dem sogenannten "Anschluß" und der Pogromnacht (zynisch: "Reichskristallnacht") erinnert die Universität Wien 2008 an dieses Unrecht und  ...

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Wilhelm Knöpfelmacher

  • Geb. am: 25. August 1866
  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Kategorie: vertriebene Lehrende

Wilhelm KNÖPFELMACHER, geb. am 25. August 1866 in Boskowitz, Mähren /Österreich-Ungarn [Boskovice/Tschechische Republik], gest. am 14. April 1938 (Suizid, irrtümlich auch oft 23. April als Todesdatum angegeben) in Wien, war 1938 emeritierter ao. Professor für Kinderheilkunde an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien.

Knöpfelmacher studierte Medizin an den Universitäten in Wien und Prag. Nach der Promotion zum Dr.med. 1891 in Wien arbeitete er zunächst an der II. Medizinischen Klinik bei Prof. Kahler und 1894-1900 als Assistent (Sekundararzt) am städtischen Karolinen-Kinderspital in der Sobieskigasse 31 in Wien 9. 1901 wurde er zum Direktor des Karolinen-Kinderspitals ernannt. Im selben Jahr wurde er an der Universität Wien habilitiert, lehrte fortan als Privatdozent und wurde 1911 zum ao. Prof. ernannt. Knöpfelmacher war Mitherausgeber der Monatsschrift für Kinderheilkunde. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Facharbeiten, u.a. "Erkrankungen des Neugeborenen", "Säuglings- und Kinderpflege" (1910).
Er wohnte in Wien 9, Günthergasse 3. 1934 ging er in den Ruhestand.

Wilhelm Knöpfelmacher wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt und 1938 seines Amtes enthoben und von der Universität Wien vertrieben. Kaum ein Monat nach dem "Anschluss" in Wien nahm er sich das Leben.


Lit.: freundlicher Hinweis von Prof. Dr.med. Peter Scheer, 2015; BLUMESBERGER 2002; FISCHER Bd. 1 1932; ÖBL Bd. 3 1965; PLANER 1929; TETZLAFF 1982; UB MedUni Wien/van Swieten Blog.


Katharina Kniefacz




zuletzt aktualisiert am 02.02.2018

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